Das besondere Wort: blassrosa (Blassrosa oder die geheime Taktik des Monsieur F)

In der Reihe das besondere Wort in Buchzitaten:

blassrosa


Das Haus befand sich etwas abseits der anderen Vorstadtgebäude. Es war umrahmt von einem verwilderten Garten. Die pinke Außenwand hatte sich mit der Zeit in ein unauffälliges Blassrosa verwandelt.

In der Nachbarschaft kannte niemand die genaue Geschichte des Hauses. Wie immer sprachen die Menschen umso mehr, je weniger sie wussten. Manche brachten das Haus mit einem verjährten Mord in Verbindung und ließen sich davon einschüchtern, da aus der Geschichte nicht hervorging, ob der Täter noch unter ihnen weilte. Die älteren Frauen warfen sich unauffällige Blicke auf dem Marktplatz zu, während ihre Töchter die ihren voneinander abwandten. Mit jedem Jahr, das das Haus als unwichtiger hätte erscheinen lassen können, wurden die Geschichten darüber mystischer. Der Bogen, den die Vorstadtbewohner darum machten, vergrößerte sich mit so gut wie jedem Tag, an dem man darüber sprach.

Die Ankunft des Fuchses könnte das ändern.

Der Fuchs kannte weder die Nachbarn noch ihre Geschichten. Bis auf einzelne Möbelstücke räumte er das Haus leer. Die wertvollen, antiken Einrichtungsgegenstände verkaufte er teuer an passionierte Sammler und finanzierte damit die nötigen Renovierungsarbeiten. Einige Monate später war das einzige, was an die halbwahren Geschichten erinnerte, die blassrosa Außenfarbe. Den Fuchs erinnerte sie an das verwaschene T-Shirt seines werten Zellenkollegen.


Das besondere Wort blassrosa kommt in dem satirischen Roman Blassrosa oder die geheime Taktik des Monsieur F von Tharina Wagner 11 mal vor.


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