Das besondere Wort: Blut ( Die Legende von Sarah und Thomas – Die Prinzessin, die ihre Eltern tötete)

In der Reihe das besondere Wort in Buchzitaten:

Blut


Im Trainingsraum geschah tatsächlich Unglaubliches. Senaa und Sarah kämpften verbittert. Wieder und wieder verließen sie ihre Körper und nutzten sie dann wieder, immer darauf bedacht, die andere in einem ungeschützten Moment zu erwischen. Der Kampf ging durch den ganzen Raum, und manches Mal mussten die Beobachter in Deckung gehen, um keinen Kollateralschaden zu erleiden.

Es war dennoch Sarah, die sich einen Treffer holte, der sie diesmal tief in den Spiegel hineinbeförderte. Sie brauchte eine Weile, bis sie sich so weit gesammelt hatte, dass sie sich aus dem Spiegel schälen konnte. Ihr Gesicht brannte, und als sie mit der Hand darüberwischte, wurde diese rot. Sie spürte und schmeckte, dass das Blut ihr ganzes Gesicht bedeckte.

„Du solltest besser aufhören“, riet ihr Senaa, der man nichts vom Kampf anmerkte, wenn man ihren erhöhten Atem außer Acht ließ. „Du hast bereits bewiesen, dass du gut bist.“

Sarah erhob sich langsam. „Eine Königin von Untes gibt niemals auf“, erwiderte sie. Das Sprechen bereitete ihr Schmerzen, aber sie dachte im Traum nicht daran, jetzt aufzuhören. Wie eine Furie stürzte sie sich auf die dunkelhaarige Kriegerin, die ihren wütenden Schlägen und Tritten mühelos auswich. Und trotzdem konnte Sarah einen Treffer landen, der Senaa fast von den Beinen riss. Sie sprang aus der Reichweite Sarahs und blieb stehen. Mit einer Hand berührte sie ihren blutenden Mundwinkel, während sie Sarah anstarrte.

„Das hat noch niemand geschafft“, flüsterte sie entgeistert.

„Dann wurde es ja Zeit!“, erwiderte Sarah keuchend.

„Deine Willenskraft ist beeindruckend, aber ich rate dir, jetzt aufzuhören. Sonst wird es sehr schmerzhaft für dich.“

„Reden kannst du ja wie eine Angeberin!“ Sarah war sich insgeheim nicht sicher, ob es wirklich eine gute Idee war, ihre Gegnerin so zu provozieren. Aber andererseits, was hatte sie schon zu verlieren?
Senaa lächelte. “Wie du willst.“
Diesmal nahm sie keine Rücksicht auf Sarah. Jene, bereits erschöpft und geschwächt durch die Treffer, lag nach kurzer Zeit auf dem Boden und krümmte sich vor Schmerzen. Senaa stand neben ihr, beobachtete sie eine Weile. Dann wandte sie sich kopfschüttelnd ab und holte ihre Jacke.
„Sie wird dir noch viel Kummer bereiten, Nar“, bemerkte sie. „So was von sturköpfig!“
„Oh ja“, bestätigte Thomas unwillkürlich.
Senaa grinste. „Hast du auch schon darunter leiden müssen?“
„Nicht direkt.“
Senaa lachte. „Ich verstehe. Du würdest niemals schlecht über sie reden. Das ist gut so. Bin gespannt, was du auf dem Kasten hast, Kleiner.“
Thomas verzog das Gesicht. „Die meisten Leute, die mich bisher Kleiner genannt haben, konnten danach nicht mehr richtig sitzen.“
„Da bin ich ja froh, dass du keine Frauen schlägst.“ Senaa lachte immer noch. „Ich hoffe, du bist nicht nur mit dem Mund so schnell.“
„Was glaubst du, was ich mit meinem Mund … “ Thomas ließ den Satz bewusst unvollendet und registrierte zufrieden, dass Senaa leicht errötete. Dann wandte er sich Sarah zu, die nun auf die Gruppe zukam und dabei leicht wankte. Ihr Gesicht war nicht wiederzuerkennen. Auf einen Wink von Nar Apc hin brachte jemand zwei Tücher, ein nasses und ein trockenes. Sarah wischte sich das Blut aus dem Gesicht und betastete ihre geschwollenen Lippen. „Wie sehe ich aus?“
„Am liebsten würde ich dich küssen“, erklärte Thomas.
„Idiot!“
„Oh, du hast ein neues Wort gelernt.“ Thomas wich geschickt ihrer Faust aus und stellte für sich fest, dass sie wohl wirklich müde war. So leicht fiel ihm das Ausweichen sonst nicht. „Ruh dich lieber mal aus, Sarah. Du hattest einen anstrengenden Kampf.“


Das besondere Wort Blut kommt in dem Fantasyroman Die Legende von Sarah und Thomas – Die Prinzessin, die ihre Eltern tötete von Zsolt Majsai 54 mal vor.


Die Prinzessin, die ihre Eltern tötete