Das besondere Wort: Liebe (Nietzsche nackt)

In der Reihe das besondere Wort in Buchzitaten:

Liebe


Tage später, keine Nachricht von Pat. Mein Gott, ich hatte Recht gehabt. Mein Gott, muss ich uninteressant sein. „Ich hänge jemandem nach, bin einfach zu traurig für anderes, weil der sich nicht mehr meldet. Sorry“, schreibe ich einem spontanen Chatpartner. Marco, hatte mich angeschrieben, nettes Foto. Aber ich wollte nicht mit irgendwem chatten. Spräche nicht für mich, schreibt er im Messenger. Muss ich ihm ja Recht geben, aber trösten scheint dem ein Fremdwort zu sein.
„O. k., ich bin dann mal weg“, beende ich das kurze Gespräch drei Zeilen später auch schon. Nachdem er mich noch mit „böse Möse“ angesprochen hatte. Noch überlegte ich zwar kurz, den Messenger wirklich zu schließen, er sah echt gut aus und ich brauchte dringend eine Ablenkung. Ein paar „Vötzchen“ weiter ist das aber auch vorbei. „Nein, ist mir echt zu platt“, antworte ich noch, bevor ich den Messenger schließe. So dringend brauch ich es dann doch nicht.

Frauen sind uninteressant oder anstrengend oder nervig, aber fickbar. Wie wunderbar. Wollen Männer denn überhaupt keine Liebe? Liegt es an mir oder suchen die das einfach gar nicht? Also werde ich weiter büffeln. Den Impuls zu warten kann ich aber nicht abstellen. Trägheit meiner Sehnsucht. Und so wird der Frust bis heute Abend so weit angestiegen sein, dass ich besser gleich Zigaretten und Bier holen gehe, bevor ich dann bald alles in Alkohol zu ertränken bereit bin. Wollte doch nicht mehr so viel saufen, nicht wie ein Bukowski enden. Aber wenn die Welt so unerträglich ist? Nein, eigentlich ist sie bloß lächerlich. Pat ist lächerlich. Die Warmhalteplatte langsam abkühlen zu lassen, anstatt mir zu sagen was Sache ist, das ist lächerlich feige. Es muss ihm doch klar sein, dass ich das erkenne!


Das besondere Wort Liebe kommt in dem provokativ biografischen Roman Nietzsche nackt von Sara-Marie Sonneberg 33 mal vor.


Nietzsche nackt