Das besondere Wort: Liebe (Sternschnuppenbraut)

In der Reihe das besondere Wort in Buchzitaten:

Liebe


Mein Körper war von mir zum eigentlichen Ich ernannt worden, bekam die Rolle des Steuermannes zugewiesen, weil ich unbewusst mit jedem neuen Erlebnis dachte, dass auf diese Weise die Liebe in mein Leben gelockt werden konnte. Und ewig lockte das Weib. Der Körper als Verlockung, als Lockmittel, um Nähe, Zärtlichkeit und Liebe zu finden. Jeder Mensch brauchte doch Nähe und Zärtlichkeit, gebe sie, gib deinen Körper und die Liebe wird kommen. Ein Trugschluss, der mich mein Ich kostete. Heute war es anders. Ich hatte erkannt, dass Liebe nicht etwas war, was man einfordern konnte. Und schon gar nicht über den Körper, die Lust. Der Körper stand für die Begierde. Wann immer ich ihr nachgab, ohne das Gefühl von Liebe zu spüren, blieb ein schaler Nachgeschmack von Einsamkeit zurück, wenn alles vorbei war. Ein schaler Nachgeschmack und eine verletzte Seele. Andererseits, hätte ich all die Erfahrungen in meinem Leben nicht gemacht, wäre mein Körper nicht zum Steuermann ernannt worden, wer weiß, ob ich diese Erkenntnisse alle gefunden hätte, die seit Tagen aus meinen Tiefen aufstiegen. Ich würde es nie erfahren. Aber das, was ich gelebt hatte, hatte mich über die Jahre etwas gelehrt. Jetzt war der Zeitpunkt, die Lehren zu begreifen und die Früchte zu ernten. Ich würde es schaffen. Ich wollte es schaffen. Ich wollte mich wiederfinden.


Das besondere Wort Liebe kommt in dem Roman Sternschnuppenbraut von Claudia Garrido Luque 52 mal vor.


Sternschnuppenbraut Claudia Garrido