Seite 20: Seelenband – Die Geschichte einer Geliebten zwischen Herz und Verstand

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Ich war an einem Punkt meines Lebens angekommen,
an dem viele Veränderungen stattfanden und ich neue
Wege ging. Vor zehn Monaten hatte ich mich nach zwölf
Jahren Ehe, trotz unserer Kinder, von meinem Mann
getrennt.
Die vier Jahre davor waren die Hölle auf Erden. Es
gab nur noch Streit, und wir belogen und betrogen uns
gegenseitig, wo wir nur konnten. Eine Demütigung folgte
der nächsten und meine Ehe war ein Scheiterhaufen. Ich
war froh, als er im Dezember endlich in seine eigene
Wohnung zog, und ich tat alles dafür, das Mietshaus für
die Kinder und mich zu behalten.
Ich arbeitete im Vertrieb für eine große Telekommunikationsfirma
und versuchte, den Spagat zwischen
Job und Familie weiterhin zu meistern. Es klappte gut.
Besser als ich dachte. Jahrelang hatte mein Mann mir
versucht einzureden, wie wenig ich ohne ihn wert sei.
Jetzt bewies ich jedem und vor allem mir, dass es auch
sehr gut ohne ihn ging. Oft sogar besser als vorher.
Jede Art von Bestätigung sog ich auf wie ein
Schwamm und war unglaublich froh darüber, dass ich
endlich meine alte Leidenschaft zum Schreiben wieder
aufgenommen hatte, und wie man sah, sogar erste
Erfolge verzeichnete.


Seite 20 aus dem Buch Seelenband – Die Geschichte einer Geliebten zwischen Herz und Verstand von Stephanie Urbat-Jarren.