Seite 20: Depression – Burnout – Borderline – Ein harter Kerl im Tal der Tränen

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Wir waren damals mit einer anderen Familie zusammen an der Ostsee. Großvater durfte es allerdings nicht wissen, weil er die andere Familie nicht leiden konnte. Warum immer diese Lügen? Warum wurde ihm nicht gesagt, mit wem wir in den Urlaub fuhren?
Es war an einem schönen Sommertag und wir suchten alle zusammen ein Café auf, von dem wir einen tollen Ausblick auf den Hafen haben würden. Die Terrasse des Cafés lag im ersten Stockwerk und war rundherum verglast.
Daran kann ich mich selbst heute noch gut erinnern. Es gab ein leckeres Eis und noch mit einem Löffel im Mund rannten mein Bruder und ich zum Terrassengeländer, um noch mehr sehen zu können. Es lagen Kriegsschiffe der Marine vor dem Hafen und wir wollten sie uns ansehen. Mein Bruder, der knapp vier Jahre älter und größer war, lehnte sich an das Geländer. Ich dagegen hätte eigentlich meine Nase an der Glasscheibe platt drücken können. An diesem Geländer fehlte jedoch eine einzige Scheibe und genau an dieser Stelle wollte ich die Kriegsschiffe bestaunen.
Da ich mich an dem oberen Geländer nicht festhalten konnte und keine Scheibe vorhanden war, fiel ich direkt von drei Metern Höhe hinunter auf den Asphalt. Ich kann mich noch an laute Schreie erinnern, und dass mich meine Mutter in totaler Panik auf den Arm nahm und zum Krankenhaus trug, welches direkt in der Nähe war.
Doch das Gefühl, welches ich vermittelt bekam, war nicht gerade angenehm.


Seite 20 aus dem Buch Depression – Burnout – Borderline – Ein harter Kerl im Tal der Tränen von Carlos.

Carlos Depression Burnout Borderline Harter Kerl im Tal der Tränen