Seite 20: Die Macht des Vampirgens

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„Okay, ich geb‘s zu“, sagte ich dann nach einer Weile, weil ich vor Lachen
nicht mehr konnte. „Was gibst du zu?“, fragte er herausfordernd.
„Ich gebe zu, dass ich deinen Hintern liebe, okay?“ Ich musste
abermals kichern, warum unterhielten wir uns über solch dummes
Zeug?
„Geht doch“, erwiderte er und küsste mich abermals innig.
Währenddessen stürzte plötzlich Maddie ins Zimmer: „Iiiihhhgitt“,
war von ihr zu hören, wir fuhren auseinander und ich fing
an, über ihren Gesichtsausdruck zu lachen. „Essen ist fertig“, murmelte
sie und war wieder verschwunden. Rakesh und ich tauschten
ein paar Blicke und fingen beide ohne bestimmten Grund wie
blöd an zu grinsen, dann gingen wir hinaus ins Esszimmer.
Rakesh und ich saßen uns gegenüber, neben mir Maddie und an
den beiden Kopfenden meine Mom und Robert. „Also Rakesh“,
fing meine Mom an, „was ist mit deiner Familie? Erzähl mal,
woher kommst du? Wie sind denn deine Eltern so? Hast du Geschwister?“
Ich schaute meine Mom bestürzt an und warf ihr
einen warnenden Blick zu. In diesem Moment schien ihr wohl
wieder einzufallen, dass Rakesh wohl nicht in diesem Jahrhundert
geboren war und seine Eltern nicht mehr lebten, doch er
fing unbeirrt zu erzählen an: „Also geboren wurde ich mitten in
London, ich hatte eine Schwester, Rose, sie war ein ausgesprochen
hübsches und fröhliches Mädchen, allerdings starb sie bei
einem Unfall. Es war sehr schrecklich, sie war doch noch so jung.
Meine Mutter Helena kannte ich kaum, sie starb schon bei der
Geburt von meiner Schwester. Mein Vater Harry starb im Krieg
und ansonsten habe ich keine Verwandten mehr.“ Robert schaute
bestürzt drein und auch meine Mutter blickte schweigend auf
ihren Teller, sie wusste, dass Rakesh ein Vampir war. Trotzdem
war es schlimm, seine Familie zu verlieren, Madlen und Robert
hingegen hatten keine Ahnung. Nach einer kurzen Pause sah
Maddie ihn eindringlich an: „Rose wäre bestimmt stolz auf so
einen großen Bruder wie dich, nicht wahr? Bestimmt hat sich
deine Familie im Himmel gefunden und du hast gleich drei
Schutzengel, die dich beschützen.“ Ich schaute sie verblüfft an
und war stolz auf meine kleine Schwester.


Seite 20 aus dem Vampir-Roman Die Macht des Vampirgens von Lena Wagner.

Cover Macht des Vampirgens