Seite 20: Spiel der Tränen

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♂ ER
21. Januar 2012, 11:00 Uhr

Er hatte für sich festgestellt, dass es ihm nunmehr
all seine Kraft zu kämpfen raubte, ohne ein glückliches
Ende in Sicht zu haben. Emotionen, die ihn
überrumpelten, der Verstand, der ihm seine Gefühle
kleinredete. Hilflosigkeit und Verzweiflung. Er sah
sie, die ihm gegenübersaß, eindringlich an. Und er
blickte in angsterfüllte, flehende Augen und doch
entging ihm dieser Blick nicht: Dieser traurige
Schimmer, der sanft lauerte und sich zu verstecken
versuchte zwischen Hoffnung und aufrichtiger
Liebe. Genau der war es, der seine Entscheidung
begründet hatte, ein Zeichen, das ihm nicht zu
ignorieren gelang. Er spürte ihre Hand auf der
seinen – so zärtlich, so liebend und so verständnisvoll
– die ihn drückte, stark und schwach zugleich.
Er bekämpfte den Kloß, der tief in seinem Hals saß
und versuchte ruhig und gelassen zu klingen, als
er zu ihr sprach: „Ich werde gehen. Wir werden
zusammen nicht glücklich.“


Aus dem erotischen Roman Spiel der Tränen von Katharina Göbel.

Spiel der Tränen