Seite 20: So!kia – der vergangene Zukunft

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Der „Alte“ begann diese erste abtastende Unterredung: „Wie
ich heiße, hat man Ihnen auf dem Reedereikontor bestimmt gesagt,
falls nicht, mein Name ist Gert Bau. Wie ich seitens der
Reederei unterrichtet bin, kennen Sie dieses Schiff noch aus der
Zeit vor dem Umbau, als es in der Nordsee von Aberdeen aus
Bohrinseln versorgte und Sie noch als Matrose fuhren, so in
den späten Achtzigern, ist das richtig?“
„Das ist richtig, Herr Kapitän.“
„Wie Sie bestimmt bemerkt haben, hat sich einiges seither
verändert und …“
Plötzlich lag alles im Dunkeln.
Alarmsirenen zerhackten das Gespräch. Mehrere rote und
gelbe Lämpchen am Brückenfahrpult blinkten hektisch.
„Stromausfall, nichts Neues“, ließ sich der Alte aus dem
Schummerlicht vernehmen.
Einer der Notgeneratoren tief unten im Maschinenraum,
sprang rumpelnd an, spuckte blaue Qualmwolken aus einem
der zwei Abgasmasten, wie Jan durch eines der Brückenfenster
schauend feststellte, und schon war der Beleuchtungsnotstand
beendet.
„Das ist nun schon einige Male passiert. Die Elektriker der
Werft kommen der Sache nicht auf den Grund. Zwei von denen
sind noch im Maschinenraum, außer unserem Chief und dem
zweiten Ingenieur. Hoffentlich bringen alle zusammen die Sache
bald ins Lot.“
„Wenn die Werftheinis zusammen mit unseren Ings dies
nicht schaffen, dann niemand.“
„Okay, kommen wir auf das zurück, was uns Nautiker interessiert.
Schiffbaulich ist am Rumpf nur ein neues Heckstrahlruder
dazugekommen. An Deck und unter Deck hat man jedoch
einiges verändert, da unser Einsatz es erfordert.


Seite 20 aus dem Science-Fiction-Roman So!kia – die vergangene Zukunft von Harald Kittner, Kapitän a.D.